Ben Becker - Affe

Ben Beckers neue Inszenierung „Affe“ stellt die existentiellen Fragen nach der menschlichen Natur – Die Premiere findet vom 18. bis 20. Februar 2020 im Admiralspalast Berlin statt.

Nach dem überwältigenden Erfolg von „Ich, Judas“, in dem Ben Becker seit 2015 eine einzigartige Performance in stets ausverkauften Häusern bietet, folgt nun das neue, eindrucksvolle Programm des Ausnahme-Schauspielers.

Die Menschwerdung des Affen ist eine Geschichte des Fortschritts – und eine beispiellose Geschichte der Zerstörung. Die Beherrschung der Natur durch Wissenschaft und Technik, die mit dem aufrechten Gang und der Herrschaft über das Feuer begann, führt uns zu einer rücksichtslosen Ausbeutung aller Ressourcen.

Mit „Affe“ (Regie & Schauspiel: Ben Becker) stellt sich Ben Becker den großen Themen unserer Zeit: dem Verhältnis Mensch und Tier, Zivilisation und Natur, Freiheit und (Selbst-)Zerstörung. Auf den Spuren der Frage, wo kommen wir her, wo gehen wir hin, führt Becker uns zurück zu den Gedanken von Engels und Kafka und wagt den Versuch die menschliche Hybris und Überheblichkeit zu ergründen; die Ursachen
aller menschengemachten Katastrophen. Auf dieser Suche begegnen wir, mit einem schonungslosen Blick, uns selbst, als einer Gattung, die ihre eigenen Ursprünge vergessen hat. Ben Becker führt uns zurück zu den Gedanken von Engels und Kafka und wagt den Versuch, die menschliche Hybris und Überheblichkeit als Ursache aller menschengemachten Katastrophen zu ergründen.

Becker geht mit „Affe“ dahin, wo es existentiell wird – wie zuletzt in „Ich, Judas“, seine Sensationserfolg mit weit mehr als 150.000 begeisterten Zuschauern. Eine „Offenbarung“, hieß es in den sich überschlagenden Pressestimmen, die durchweg die Ausnahmestellung von Ben Becker unterstreichen. Nicht nur als charismatischem Schauspieler, sondern als einem Kämpfer für seine Figur und Sache, einem Drahtseilakteur, der die Schallmauer durchbricht vom Spiel zum Sein.

Auf das Thema Verrat und Schuld folgt nun die existentielle Frage nach der menschlichen Natur. Niemand geringerer als Franz Kafka hat mit seinem Affenmenschen-Monolog „Bericht für eine Akademie“ diesen Riss zwischen Natur und Zivilisation, Ursprung und Fortschritt spürbar gemacht: anhand eines für Hagenbecks Tierpark gefangenen Affen, genannt „Rotpeter“, der schmerzhaft lernen musste, was es heißt, ein Mensch zu werden. Nun soll der Affe Rechenschaft ablegen über sein „äffisches Vorleben“. Doch das Martyrium seiner Anpassung an die vermeintliche Krone der Schöpfung stellt viele Wert- und Vorurteile auf den Kopf. Wo Wissenschaftler ihre Augenbrauen heben, ringt und redet Rotpeter um sein Leben. Wo von der „Freiheit des Menschen“ die Rede ist, sucht er verzweifelt nach einem Ausweg.

Diese Grenzziehung behandelt Friedrich Engels in seinem Fragment „Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen“. Diesen zweiten Text zieht Becker als Folie für seine Figur und die Geschichte unserer Naturentfremdung heran, um deutlich zu machen, dass für jeden Fortschritt ein hoher Preis gezahlt werden muss, der sich am Ende zu dem summiert, was wir heute erleben: Hunger, Artensterben, Klimawandel, Kapitalismus, Flucht - auf einem unbewohnbaren Planeten.

- King Kong hat umsonst geliebt -

Regie & Schauspiel: Ben Becker
Künstlerische Leitung: Marike Moiteaux
Dramaturgie: John von Düffel
 

Pressestimmen zu den letzten Zwei in zumeist ausverkauften Häusern und unter stehenden Ovationen gefeierten Aufführungen „Ich, Judas“ und „Caligula“ mit und von Ben Becker:

„Große, intelligente Schauspielkunst.“ (WAZ Bochum)

„Ben Beckers schauspielerische Leistung war eine Offenbarung. Eine Offenbarung dessen, was in diesem Genre machbar ist. Damit legt er die Messlatte für alle Kollegen der Weltbühnen mehr als hoch, denn was Becker zeigte, war kein »Spiel«. Es war echt, war in genau diesem Moment erlebt, gelebt, entstanden und tief empfunden, sodass sich das dem Alltag entrückte Publikum als Zeuge der hoch dramatischen Ereignisse fühlen musste und sich mit Haut und Haar dem empathischen Sog hingab“.
(Traunsteiner Tagblatt)

„…. aber doch ist er allein die Aufführung, die anderen sind Gäste in seinem Reich…“  (Süddeutsche Zeitung)

„….wie Ben Becker in der Titelrolle auf der Bühne steht, ist das fast beschämend unterhaltsam, so ähnlich, als ob Peter Ustinov als Nero das brennende Rom besingt.“ (Bayerischer Rundfunk)

"Virtuos vorgetragen in einer Kirche vor gefühlt 1000 Leuten. Das kann, das schafft nur einer.“ (Thüringer Landeszeitung)

„...Eines allerdings möge,…, definitiv stehen bleiben – “Es gibt nicht viele wie ihn.“ (OM, Culturalscene Reviews)
 

Hintergrund: Der Künstler Ben Becker

Seit Jahrzehnten prägt der 1964 in Bremen geborene Schauspieler Ben Becker die Film- und Theaterlandschaft in Deutschland. Seine Filmographie ist beeindruckend. Unvergessen sind seine ausdrucksvollen Rollen in „Schlafes Bruder“, „Comedian Harmonists“ oder „Ein ganz gewöhnlicher Jude“. Im Kino (zuletzt mit einer Gastrolle in „Werk ohne Autor“ und als Stimme von Shir Khan in „Das Dschungelbuch“) ist er ebenso präsent wie im Fernsehen, dort wird er ab Ende des Jahres in gleich zwei neuen „Tatort“-Filmen zu sehen sein.

Er ist einer der wenigen unangepassten und unabhängigen Freigeister des Landes, der es geschafft hat, durch seine unglaubliche Präsenz in seinen Theaterrollen(zuletzt in der Titel-Rolle „Caligula“ im Salzburger Landestheater und Hamburger St. Pauli Theater) und mit seinen vielumjubelten Eigeninszenierungen („Berlin Alexanderplatz“, „Die Bibel“, Ich, Judas“) in der Kultur- und Theaterszene
wesentliche Maßstäbe zu setzen.

Was macht den Schauspieler Ben Becker aus?

Er geht auf der Klaviatur der Gefühle auch dorthin, wo es weh tut – und ist dabei dennoch so lebendig und mitreißend, dass sich der Zuschauer gern gefangen nehmen lässt. Er bedient mit seiner Authentizität die Sehnsucht des Publikums nach Inhalt und Substanz.Ben Becker ist unbedingt glaubwürdig mit einer harten und einer weichen Seite, die er auf der Bühne virtuos abruft und in der Öffentlichkeit als Facetten seiner Persönlichkeit offenbart, ohne jede Eitelkeit.

Der überwältigende Erfolg des anspruchsvollen Programms „Ich, Judas“ zeigt, dass es eine große, oft unerfüllte Bereitschaft des Publikums nach einer existentiellen und intensiven Form der Auseinandersetzung mit großen Themen gibt. Ben Becker ist einer der wenigen Künstler unserer Zeit, der mit Genialität und Sensibilität dieses Bedürfnis erfüllen kann.