Sven Väth – The Sound Of The 16th Season

– Veröffentlichung 20. November 2015 –
 

Menschen haben ihre Rituale. Auf der Raumstation ISS hinterließ eine russische Besatzung ihren
amerikanischen Kollegen als Willkommensgruß Brot und Salz. Tennisstar Serena Williams lässt den
Ball vor ihrem ersten Aufschlag exakt fünf Mal vom Boden zurückprallen. Auch der große
Zeremonienmeister der elektronischen Tanzmusik, Sven Väth, hat ein Ritual: Wenn auf Ibiza die
Schatten länger werden, und der Rausch des Sommers verklingt, zieht er sich zurück und lässt die
Partys, die Crowds, die Menschen und die Musik vor seinem inneren Auge Revue passieren: Was
waren die verrücktesten, durchgedrehtesten, tollsten Momente? Welche Situationen, welche
Begegnungen haben mich inspiriert? Über was haben wir gelacht? Und natürlich: Was war die
schönste Musik? Welche Tracks haben mich und meine Cocoon People durch den Sommer begleitet?

Diese magischen Tracks mixt er in diesem Jahr zum sechszehnten Mal zu einem zweieinhalbstündigen Set. Auf „Sound of the 16th Season“ bringt er gute Freunde aus dem eigenen Umfeld, langjährige Weggefährten von allen Teilen der Welt und ganz junge, neugierige Musiker zusammen. Väth eröffnet mit DJ Koze´s „XTC“: Durch eine Wolkenlandschaft dringen wunderschöne, poetische Klänge zu uns. Das Ausnahmestück vereint ganz unterschiedliche Gefühle. Väth setzt mit ihm einem emotionalen Anker, macht deutlich, was auf dem Spiel steht. Matthew Dekay schlägt einen einzigen Cello Akkord an, um dann für einen Moment inne zu halten. Diese Kunstpause macht den Track zu einer stimmungsvollen Ankündigung für das, was kommen wird. Väth lässt den Beat abreißen und setzt neu an, mit „Next Please“ von Metaboman, einer übermütigen, verdrehten, witzigen, elektronischen Polka. Mit dem himmelschreienden Soul von Kevin Saunderson und Carl Craig wechselt der Ton vom Verspielten ins Dramatische. Jacob Korn nimmt diesen Faden mit seinen melodiösen Detroit-Sounds auf und löst die Spannung durch einen jazzigen, experimentierfreudigen Gestus. Mit Leon Vynehalls reduziertem Gospel verdichtet sich das Set zu einem zurückgenommen, spirituellen Moment, das von Aaaron mit seinem pushenden „Whatcha Say“ mit einer tollen, leidenschaftlichen Frauenstimme weitergetrieben wird: „That’s what you say“, singt sie immer wieder - das ist zugleich Bestätigung, Erinnerung und Mahnung. Mit dem hübschen, beschaulichen „Don’t disturb Björn“ gewährt uns Väth eine Verschnaufpause. Der feinfühlige John Tejada erweitert die Schattierungen dieser verhaltenen Stimmung. Mattheis gibt ihr auf ebenso subtile Weise mit durchdringenden Strings eine hymnische Qualität. Mit einem Track von Patrick Specke & Daze Maxim holt Väth das Set auf dem Groove herunter, um in das Finale des ersten Teils zu gehen: „Drifting“ von Jacek Sienkiewicz versetzt uns mit wunderschönen, zarten Klängen in einen Zustand kindlicher Verzauberung. Ricardo Tobar setzt dieses Gefühl von Fremdheit mit breiteren, weichen, federnden Sounds um. Sie lassen uns dahinschweben wie ein Ballon.

Das zweite Set beginnt Väth mit Tim Greens „Eclipse“: eine freudig trötende Bassline führt durch einen charmanten House Groove. Alex Smoke verwandelt diese Neugierde mit einer verrückten Acid Figur in Übermut. Heartthrob kontert mit kühlen, elektronischen Klängen, die sich zu einem drastischen Snaredrum Gewitter steigern. Tim Wright taucht mit einer quietschenden Electro-Bassline weiter in die elektronischen Klänge ein – nicht ohne seinen augenzwinkernden Humor aus dem Auge zu verlieren. Deetron öffnet mit seinem strahlenden, positiven Tribal-Sound und einem mitreißenden Riff den Klangraum. Mit Bastinov nimmt Väth die Emotionalität dieses Tracks auf und fügt ihr mit tollen Geigenklängen weitere Schattierungen hinzu. Robert Hood verwandelt Bastinovs Nachdenklichkeit mit einer genialen Synthesizer Figur in einem elektrisierenden Soul, wie ihn nur der Musiker aus Detroit drauf hat. Virtuos schlägt Väth mit einem Song der schwedischen Kultband The Knife einen 180-Grad- Haken, afroamerikanischer Soul verwandelt sich in hochsensiblen Indie. Geeemans Art seine Stimme zu modulieren erinnert an das „Ba Ba Bah, Aha ha ha“ aus Väths eigener, legendärer „Electrica Salsa“. Jetzt befinden wir uns Mitten im Rausch der Nacht, jetzt ist Zeit für Techno. Gary Beck reißt uns mit seinem gewaltigen Groove und seiner epischen Hookline in eine andere Welt, Pig & Dan verdichten diese Stimmung zu einer klaren Botschaft der „Universal Love“. Mit den „Warehouse Memoires“ werden die Erinnerungen an durchgedrehte Parties in Fabrikhallen wach. Diesen Wahnsinn klärt Väth mit hypnotischen, fließenden Grooves von Alex Bau. Dimi Angélis setzt mit einem tollen Riff zwischen zerbrechlichen Geigenklängen und schrillen 8-Bit-Synth einen gefühlvollen New Release Information Schlussakkord, damit das Set in einer wunderbar abgeklärten Nummer von Petar Dundov verklingen kann.

Das Brot und das Salz der Russen ist nur Willkommensgruß. „The Sound of the 16th Season“ vereint Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Die beiden CDs geben Gelegenheit, sich an die schönsten Momente des Sommers zu erinnern, wenn draußen die Herbststürme um die Häuser fegen. Aber es geht nicht nur um das Vergangene, sondern auch um das Morgen: Die mitreißenden Tracks machen Lust auf 2016, auf die 17th Season: auf das Tanzen, auf das Lachen, auf die Sonne, auf die schönen Menschen und das zufriedene, großzügige Lächeln von unserem Sven!

 

Artist:V.A.
Album:Sven Väth - The Sound of the 16th Season
(2CD & Digital)
Release Date:   20. November 2015
Label: Cocoon Recordings
Vertrieb:Alive
EAN:4260038310021

 

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